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Ein Name fällt an diesem Nachmittag im Gymnasiums Altlünen immer wieder. In fast jeder Rede taucht er auf – und Reden werden viele gehalten in der Aula der Schule. Malala. Malala Yousafzai. Das 17-jährige Mädchen, das am Mittwoch in Oslo den Friedensnobelpreis bekam, ist in aller Munde. Als leuchtendes Vorbild im Einsatz für den Frieden – gegen Rassismus und Diskriminierung.

Was Malala mit Altlünen verbindet? Die Altlüner Schüler, die ebenfalls gegen Rassismus und Diskriminierung eintreten wollen. Vor Ort, in ihrer Schule. Und darüber hinaus. Mit Aktionen – gemeinsam, stark und offensiv. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ darf sich das Gymnasium deshalb seit gestern nennen. Ein Titel, der ein Versprechen ist. Von dem die Schüler gezeigt haben, dass sie fest entschlossen sind, es einzulösen – und das auch in Zukunft tun wollen.

Als bundesweit 1655. Schule in ganz Deutschland stoßen sie zu dem Netzwerk (siehe Kasten), als 441. in NRW, als 25. im Kreis Unna und als 5. in Lünen. Einem Netzwerk, das gegen Diskriminierung jeglicher Art ankämpfen will. Von Mobbing in der Schule bis zu Homophobie; und von Fremdenfeindlichkeit bis zu Sexismus. Das ist sehr wichtig, denn auch heutzutage ist Diskriminierung – oft unterschwellig – immer noch präsent. Nicht nur in Schulen, sondern in der ganzen Gesellschaft. „Wir sehen etwa die steigende Zahl der Migranten, der Flüchtlinge, die in unser Land kommen. Da gibt es Vorbehalte – und wir als Schule können einen Eckstein dagegen setzen“, betont Schulleiter Dr. Norbert Ingler.

Respekt für Schüler

Man spürt, dass er stolz ist auf seine Schule. Grund dazu hat er: 86 Prozent der Schüler, Lehrer und Angestellten haben dafür gestimmt, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu werden. Nur 70 Prozent hätte es gebraucht. Die Idee kam von Jona Groth, aus der Schülerschaft selbst – und fand großen Zuspruch. Und das erste Projekt, eine Kette aus gebastelten Menschen mit Anti-Diskriminierungs-Wünschen, lief auch bereits. Mindestens ein Projekt pro Jahr soll folgen, so sieht es die Kampagne vor.

Als Projektpate unterstützen wird die Schüler dabei auch Michael Thews, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis: „Seid kreativ. Es ist wichtig, dass wir Intoleranz mit Wissen und Erfahrung begegnen können“, sagt Thews – und das gemeinsam.

Quelle: ruhrnachrichten.de (12.12.14)

 

17.12.2014

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

 

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrter Herr Thews – als neuer Bundestagsabgeordneter des Kreises Unna und als Pate für unser Schulprojekt,

sehr geehrter Herr Müller-Baß – als 1. Beigeordneter der Stadt Lünen und als unser Schuldezernent,

sehr geehrte Frau Kahraman-Brust – als Koordinatorin des Kreises Unna für das Projekt („Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“),

liebe Projektgruppe und lieber Herr Reimann – als betreuender Lehrer des Projekts,

heute Morgen habe ich zwei Zeitungsartikel gelesen, die zum Nachdenken Anlass geben. Zum einen den Artikel über die Friedensnobelpreisverleihung an die 17 jährige Schülerin Malala Yousafzai, die sich in Pakistan dafür eingesetzt hat und weiterhin einsetzt, dass Mädchen zur Schule gehen dürfen. Bekanntlich wurde Malala von der Taliban ins Gesicht geschossen, ein mutiges, engagiertes, couragiertes Mädchen in einem vom Terror geprägtem Land.

In einem anderen Artikel wird von über 200.000 Bootsflüchtlingen berichtet, die allein über das Mittelmeer versuchten im letzten Jahr nach Europa zu kommen. – Menschen, die wegen Krieg, Terror, Verfolgung, Not und Perspektivlosigkeit ihre Heimat verlassen und auf eine gute Aufnahme in Europa hoffen.

Was hat das mit dem großen Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu tun?

Schule ohne Rassismus“ hat viele Ansätze. Es geht um den Abbau von Fremdenfeindlichkeit, um ein Entgegentreten gegen Ausländerfeindlichkeit, um ein Einschreiten gegen Ausgrenzung ausländischer Mitbürger, gegen Beeinträchtigungen wegen der Hautfarbe oder wegen des ausländischen Namens. Es geht um den Abbau von Vorurteilen gegen den Islam als friedliche Religion.

Es geht aber auch um den Alltag, um ein Angehen gegen alltäglichen Sexismus, z.B. Beleidigungen von Frauen und Mädchen, auch um ein Angehen gegen Homophobie, Beeinträchtigungen von homosexuellen Männern und Frauen. Dies in einem abgewogenen Konzept nachhaltig im Schulalltag, im Schulleben zu thematisieren, hat sich die Projektgruppe, die Herr Reimann leitet, vorgenommen.

Dies knüpft an unser Leitbild der Kultur des Miteinanders an.

Als Schulleiter begrüße ich im Namen der Schulgemeinde dieses Projekt sehr.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Norbert Ingler

Schulleiter

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